Nachdem ich im Winter so einige Zeit auf dem Wasser, wenn auch bei kalten Temperaturen, verbracht hatte und meine Manöver immer sicherer stand, entschloss ich mich einmal an einem Freestyle-Wettbewerb der EFPT teilzunehmen. Hier treffen einge von Europas besten Freestylern aufeinander. Leider sahen die Vorhersagen für die Zeit des Wettbewerbs ziemlich schlecht aus. Die angesagte Flaute bestätigte sich dann auch während der ersten beiden Wettkampftage. Herrlichster Sonnenschein und eine leichte auflandige Brise ließen keine Wettfahrten zu. Lediglich am Samstag konnte man sich von einem Boot im Wakeboard-style ziehen lassen und versuchen einen Move zu springen.

Da der Wettbewerb im Zuge der “Mondial du Vent” stattfand, einer Surffestival-ähnlichen Veranstaltung, war sowohl auf dem Land als auch auf dem Wasser ständig etwas los. Die Spannung stieg dann mit der Bekanntgabe der Heatauslosungen. Fahrer, die sich bereits mit guten Ergebnissen aus dem Vorjahr profiliert hatten, wurden bereits ein Runde weiter gesetzt. Neulinge, wie ich, mussten sich von der ersten Runde an beweisen. Mein erster Heatgegner war Thomas Traversa. Der französische Worldcupper ist zwar vor allem durch gute Ergebnisse in der Welle bekannt, hat aber auch im Freestyle so Einiges drauf. Auch angesichts des schwachen Windes prophezeiten mir Viele, dass es schwer werden könnte, gegen das Leichtgewicht zu bestehen. Der Heat lief eigentlich ziemlich gut für mich, auch wenn der schwache Wind sehr ungewohnt nach den vielen Mistralstürmen des Winters war. Ich begann mit einem etwas langsamen Flaka 720, sprang dann einen Spock 540, versuchte dann einen Shaka, den ich jedoch bei dem leichten Wind nicht ganz herumdrehte. Als nächstes machte ich einen Eslider und sprang dann noch einen einhändigen Flaka, gefolgt von einem Eslider und einem Willy Skipper, den ich jedoch leider erst kurz nach dem Ende des Heats landete. Während des Heats sah ich Traversa einen perfekten Chachoo, sowie einen hohen Willy Skipper springen. Da wusste ich, dass es eine knappe Entscheidung wird. Obwohl ich vielleicht eins, zwei Moves mehr hatte als Traversa, gewann er aufgrund des höheren Schwierigkeitsgrades seiner Moves. Diese Niederlage nervte mich dann schon etwas, da ich mir selbst eigentlich keinen Vorwurf machen konnte und der Wind wirklich sehr schwach war. Im gleichen Heat fuhr auch Anthony Ruenes gegen den Niederländer Westbroek und verlor, da er nicht richtig ins Gleiten kam. Daraufhin lief dieser zur Jury und beschwerte sich lautstark über die Bedingungen. Die Elimination wurde trotzdem fortgesetzt und der Wind nahm weiter zu. Dies ermöglichte es den Routiniers auch die angesagtesten New-School-Moves zu springen. Für mich hieß es warten auf die Double-Elimination. Als die Heatabfolge notiert wurde, sah ich meinen Heat gegen Ruenes ganz unten auf der Tafel stehen. Demnach hatte ich noch so Einiges an Zeit bis ich wieder aufs Wasser konnte. Als ich mich dann nach einiger Zeit wieder in die Contest-Area begab, hörte ich plötzlich, dass mein Heat gegen Ruenes in kurzer Zeit beginnen würde. Unser Heat war an den Anfang der Double-Elimination gerutscht, da alle anderen, die ihre ersten Heats verloren hatten ein Freilos hatten, da sie jeweils nur in Zweier-Heats gestartet waren. Wahrscheinlich bedingt durch die ungerade Zahl an Teilnehmern, ging es in dem Heat zwischen mir und Ruenes also um die hintersten Plätze. Ob dieses Prozedere gerecht ist, oder ob wir Opfer eines Zahlenstreichs wurden, sei dahingestellt. Jedenfalls lief der Heat auch in diesem Fall wieder einigermaßen gut für mich. Ich begann mit einem Puneta, machte dann einen normalen Flaka, gefolgt von einem Spock one handed. Dann machte ich mit einem Shaka weiter, setzte unmittelbar danach einen Eslider an, den ich leider ganz am Ende etwas verwackelte. Der Wind war wieder um Einiges schwächer geworden und so musste man viel pumpen, um überhaupt im Gleiten zu bleiben. Trotzdem landete ich auf dem Weg nach draußen noch einen Speedloop und crashte dann einen Switch Chachoo. Der Heat war vorbei. Der Wind schwächelte extrem. Leider konnte ich nicht beobachten, welche Moves Ruenes gesprungen ist. Allerdings schien seine Performance auch nicht überragend gewesen zu sein. Am Ende hieß es, dass Ruenes weiter war. Für mich war dieses frühe Ende eine große Enttäuschung. Das Schlimmste ist, dass ich mir selbst nicht einmal die ganze Schuld für das schlechte Abschneiden geben kann. Vielleicht hätte ich taktisch klug noch etwas weiter upwind fahren sollen, wo der Wind stärker wehte. Allerdings richtete ich mich da nach meinem Heatgegner und ich wollte auch nah am Publikum sein.

Wie dem auch sei, die vorderen Plätze der Rangliste gehen in Ordnung und es ist erfreulich auch mal wieder einen deutschen New-Schooler auf dem Treppchen zu sehen. So konnte Adrian Beholz bei dem aufkommenden, stärkeren Wind in der Single Elimination mit guten Konos, Ponches und Burner überzeugen. Die Double Elimination konnte dann aufgrund des schwächelnden Windes nicht mehr zu Ende gefahren werden.
Was ich aus diesem Event mitnehme ist, dass das Niveau im Freestyle im Allgemeinen sehr hoch geworden ist. Durchsetzen kann man sich eigentlich nur, wenn man seine Manöver in den unterschiedlichsten Bedingungen sicher steht und diese vor allem hoch springt.